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Radreise Riga - Immer Ostseeküste - Kurische Nehrung - Kaliningrad (2006) (2007)
R. Klein


Reisebericht Radtour Baltikum 2006

Hallo Frankas, hier nun endlich mein Reisebricht von unserer Radtour durch Lettland, Littauen und das Kaliningrader Gebiet 2006.

Wir flogen mit unseren Fahrrädern mit Airbaltic von Berlin-Tegel nach Riga. Großes lob an die Fluggesellschaften. Es war nichts kaputt an den Rädern und der Service super. Am Flughafen erwartete uns schon der Shuttle unseres per Internet gebuchten Hotels und brachte uns schnell und sicher zu nächtlicher Stunde in die Innenstadt von Riga. Am nächsten Tag fuhren wir mit der Eisenbahn nach Sigulda, einem sehr schönen Städtchen im Gauja-Nationalpark. Wir nahmen uns die zeit und paddelten einen Tag 25 km auf der Gauja von Ligathne nach Sigulda. Schöner kann wohl diesen Fluss nicht erleben.

Am nächsten Tag begann dann unsere Radtour entlang der Ostseeküste. Riga, Jurmala, Engure Roja, Kap Kolka waren die nächsten Stationen. Die Küstenlandschaft ist unendlich schön, die menschen freundlich und aufgeschlossen. Der nationalpark rund um das einstige Sperrgebiet Kolka faszinierte uns, wenn auch die 50 km Schotterpiste zwischen Kolka und Ventspils ziemlich hart waren (Staub, Hitze, loser Sand und Splitt, keine Einkehrmöglichkeit am Wegesrand bis Ventspils!).

Ventspils gefiel uns mit seinem alten Stadtzentrum und der rekonstruierten Ordensburg sehr gut. Auf der Strecke von Ventspils nach Libau machten wir immer wieder Abstecher an den Strand und waren von der Einmaligkeit der Landschaft begeistert. Fast möchte man sich wünschen, dass dieses schönen Stückchen Erde vom Tourismus verschont bleiben möge. Zwischen Libau und Palanga wurden wir wieder mal belehrt, dass deutsche begriffe von weit nur sehr eingeschränkt gelten. Hier war man mit sich, der Natur und seinen Gedanken alleine. Wir fanden das schön uUnd bei Abstechern in die kleinen Dörfer hatten wir nette Begegnungen mit Einheimischen, die sehr um unser Wohl besorgt waren.

Palanga, Klaipeda und die Kurische nehrung waren die nächsten Stationen. Man könnte ganze Bücher über diesen herrlichen Landstrich voll schreiben, wenn das nicht andere vor uns bereits viel besser getan hätten. Leider vielen uns deutsche Touristen wieder negativ auf, wie fast überall, wo diese in größeren Ansammlungen auftreten. Peinlich, wenn man im Thomas Mann-Haus herumposaunt, welche Bücher wohl Gerhard hauptmann geschrieben habe und von einer netten Littauerin beleht wird, dass hier Thomas mann gelebt hat. Obwohl wir nur stumme Zuhörer waren, waren wir sehr negativ von diesem verhalten berührt.


Die russische Grenze kann man mittlerweile problemlos passieren, vorausgesetzt, man hat die nötigen papiere dabei. Nach nur 10 Minuten wünschte man uns eine gute Fahrt nach Königsberg und das sehr freundlich.
Die russische Seite der nehrung ist mindestens genau so schön wie die littauische. In Rossitten sollte man unbedingt die Vogelwarte besuchen. Wir bekamen eine sehr gute Führung in Deutsch und erfuhren sehr viel über die Arbeit der Ornithologen, über den Vogelzug usw.
Die Dörfer selber sind heruntergekommen und beginnen erst alngsam, sich  zu erhohlen, aber Hotels findet man sowohl in Rossiten als auch in Cranz genügend.
Königsberg beginnt sich zu wandeln, obwohl es immer eine russische Stadt bleiben wird. Vom alten Ostpreußen ist fast nichts mehr übrig, Königsberg ist für immer von der Landkarte verschunden. Der Verfall der Jahre ist grässlich, die heruntergekommenheit der Wohnviertel, das nichtfunktionieren der Kanalisation und die chaoitischen Verkehrsverhältnisse machen diese stadt nicht freundlicher. Wir waren gut beraten, unsere Räder im Hotel zu lassen und die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen. Radwege gibt es hier nicht. Immerhin ist es uns mit ein paar freundlichen Worten und einem Lächeln gelungen, in den den geschlossen Dom eingelassen zu werden (Es wurden gerade die Orgeln eingebaut). Wenn er mal fertig ist, dann ist das eines der schönsten Kirchengebäude Europas. Wenn auch leider seine Schätze für immer verlohren sind.
Unsere Radtour endete in Baltijsk (Pillau), wenn auch die Fahrt dahin mit Abenteuern verbunden war (Falsche Zugabfahrzeiten, Sturm und ständiges Auf- und Ab). baltijsk ist Sperrgebiet und 5 km zuvor gibt es eine Schlagbaum und ohne Sondergenehmigung, die man sinnigerweise vom einzigen Reisebüro in Baltijsk bekommt, geht überhaupt nichts. Der Preis dafür ist schon in die fetten Übernachtungspreise vom einzigen Hotel am Ort, dem "Goldenen Anker" mit eingerechnet.
Die Abfertigung am Fährterminal ist langwierig und echt russisch. Keine Auskünfte, weil keiner englisch oder deutsch spricht, unfreundlich,unsinnige Prozeduren und korrupte Beamte machten uns das leben schwer. Wahrscheinlich hätten wir 50,00 Euro in den pass legen müssen, dann wäre es sicher schneller gegangen. Dies wiederum sahen wir nicht ein. Immerhin haben wir es nach zwei Stunden dann doch geschafft und wurden vom Kapitän der "Translubeca" sehr herzlich empfangen. Die fahrt mit diesem Schiff nach Lübeck war das sahnehäubchen des Urlaubs. Seemannsaltag hautnah und ein super Service machten uns in Lübeck den Abschied schwer.
Soweit unsewre Erlebnisse, auch wenn man noch vieles schreiben könnte.

Viele Grüße
R. Klein aus Chemnitz