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Radtour Memeland-Kaunas-Kurische Nehrung
(2005)
Matthias Ungefehr
Hallo Frankas,
heute möchte ich endlich einmal über unsere Radreise im letzten Sommer durch Litauen berichten.
Wir (4 Radler) sind mit dem Schiff vom Hafen Mukran (Rügen) nach Klaipeda gefahren (ca. 19h). Sehr entspannend! Man kann die See
auf sich wirken lassen und sich so auf den Urlaub einstimmen. In Klaipeda angekommen ging es im Hafen erst einmal chaotisch zu, die Ausschilderung für Radler ist mangelhaft. Aber wir fanden die Paßkontrolle und so ging es ab in die Stadt. Wir hatten in einem kleinen Hotel Zimmer gebucht. 2 Tage verbrachten wir in Klaipeda und schauten uns die Gegend und die Stadt an. Zu dieser Zeit fand auch gerade das Folklorefestival statt - sehenswert.
Dann ging es in Richtung Shilute los. Am Kanal entlang und über
Betonbarrieren. Wir mußten die Räder komplett entladen, damit wir sie darüberweg bekamen. Kurz vor Shilute übernachteten wir auf einem Hof. Die Leute waren sehr freundlich und mähten sogar noch die Wiese, damit wir unsere Zelte aufbauen konnten. Eine Waschschüssel wurde uns zum Waschen bereitgestellt, sehr nützlich, da wir gerade 16km Schotterpiste hinter uns
gebracht hatten. Unsere Tour brachte uns weiter in Richtung Memel, an welcher wir die nächsten Tage entlang fuhren. Die Bevölkerung auf dem Lande hat uns immer freundlich und aufgeschlossen empfangen. Bei einem älteren Ehepaar mußten wir den selbstgemachten Schnaps und Wein verkosten. An diesem
Tag fuhren die Räder ganz schlecht. Wir schauten uns die verschiedenen Burgen an bis wir nach Kaunas kamen. Die Stadteinfahrt frustrierte uns stark. Ungepflegte Häuser, verfallene Industriebetriebe - es war kein schöner Anblick. Aber die Innenstadt entschädigte dann doch. In einem kleinen Hotel in der Altstadt mieteten wir uns ein. Sogar unsere Fahrräder
wurden neben der Küche eingestellt und bewacht! Wir sind nach 2 Tagen weiter mit dem Zug bis Villnius. Auch ein Erlebnis. In Villnius übernachteten wir eine Nacht in einem Hostel und die 2.Nacht im Studentenwohnheim zu verträglichen Preisen. Nach Klaipeda fuhren wir mit dem Schnellzug zurück.
Die Kurische Nehrung war unser Ziel für die kommenden Tage. Sehr schöne Landschaft. Der Campingplatz in Nida ist stark überlaufen, aber es gibt keine Alternative.
Wir haben in all den Tagen in Litauen nur freundliche und hilfsbereite Menschen kennengelernt. Die Verständigung ging ganz gut mit English. Wenn das nicht half konnten wir unsere Russischkenntnisse anwenden. Die Autofahrer waren rücksichtsvoll!
So, das ist mein kurzer Bericht. Wir planen diese Jahr erneut durch Litauen zu radeln.
So stellten wir fest, daß oben genannter Fährverbindung vor ein paar Tagen die Lizens entzogen wurde. Sie dürfen keine Passagiere mehr befördern!
Eine andere Frage: ist die Fährverbindung Riga - Kuressaare aktiv? Das ist
zwar Lettland, aber Du bist etwas näher dran.
Viele Grüße Matthias Ungefehr
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